
»Frühlingserwachen« ist ein Monolog für zwei Frauen, die beide dieselbe Figur verkörpern, dieselbe Geschichte erzählen, aber aus unterschiedlichen Blickwinkeln und in zwei verschiedenen Sprachen, auf Persisch und Deutsch.
Das Stück ist eine Doku-Fiktion, es beruht auf Interviews mit Exiliranern und verbindet deren Erlebnisse zu einer Geschichte, der Geschichte von Roya Tavakoli, einer jungen Iranerin Mitte Zwanzig, die gezwungen war, ihr Land zu verlassen und sich nun hier in Deutschland wiederfindet.
Roya erzählt dem Zuschauer von ihrem Land und von einer Revolution, die dort vor über 30 Jahren stattgefunden hat und deren Kind sie ist. Sie erzählt von ihrem Vater, der an dieser Revolution beteiligt war; sie spricht mit ihm, klagt ihn an, macht ihn dafür verantwortlich, was sie ertragen muss, was ihre ganze Generation ertragen muss.
»Frühlingerwachen« beschäftigt sich nicht nur mit dem Thema iranische Revolution, sondern vor allem mit den Folgen eines solchen Umsturzes und versucht sich über Royas Geschichte der Frage zu nähern, ob die Kinder des Arabischen Frühlings wohl in 30 Jahren ihren Eltern genauso vorwurfsvoll gegenüberstehen werden.
Beim iranischen Theaterfestival in Heidelberg hatte »Frühlingserwachen« Ende Januar 2014 eine Vorpremiere und erhielt den Publikumspreis.