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Waisen

Dennis Kelly
  • Waisen

»Es gibt ein Gefühl in der Gesellschaft, dass wir alle Waisen sind. Wir trauen niemandem mehr, weder den Politikern, den Journalisten, noch nicht einmal mehr den Theatermachern. Mama und Papa sind verschwunden. « (Dennis Kelly)

Helen und Danny sind umgezogen, um für sich zu sein, sie haben sich ein Zuhause geschaffen, in dem nur Platz ist für sie selbst. Helen erwartet ein zweites Kind und ihren 5-Jährigen Sohn versucht sie zu schützen, wo sie nur kann. Da draußen lauert das Böse, und jeder falsche Schritt und jede Begegnung mit Fremden könnte gefährlich sein. Eines Abends steht Helens jüngerer Bruder Liam, vorbestraft und gemeinsam mit ihr als Waise aufgewachsen, plötzlich blutverschmiert vor der Tür. Was ist passiert? Ist Liam wirklich nur einem Verletzten zu Hilfe geeilt, wie er behauptet?
Helen fühlt sich ihrem Bruder aufgrund einer bedrückenden Vorgeschichte auf ungesunde Weise verpflichtet und will ihn schützen. Nach und nach überzeugt sie ihren liberalen, liebenden Ehemann mit allen emotionalen Druckmitteln, dass grundlegende Fragen nach Recht, Moral, Schuld und Mitgefühl nicht allgemein gültig sind, sondern sich dem familiären Zusammenhalt unterzuordnen haben. Blut ist eben dicker als Wasser.

Wenn alte Gewissheiten ins Wanken geraten, die Außenwelt immer unübersichtlicher wird, die Privatsphäre nicht mehr geschützt ist, das Klima verrückt spielt, Freundschaften nur noch im Internet verhandelt werden, jeden Tag neue Horrormeldungen über Gewaltverbrechen, Staatsbankrotte und Korruption über einen Menschen hereinbrechen, auf die man letztlich keinen Einfluss hat, kann ein existenzielles Gefühl der Verunsicherung Überhand nehmen. Letzten Halt und Zuflucht bietet scheinbar die Familie, so brüchig sie sein mag.

»Waisen« führt auf schonungslos faszinierende Art vor Augen, wie der unerwartete Gewaltausbruch eines labilen Familienmitglieds ein scheinbar gutbürgerliches Ehepaar in einen Strudel aus Selbstverleugnung, Brutalität und Fremdenhass reißt. In knappen, funkelnden und präzisen Dialogen enthüllen sich Schicht um Schicht immer entsetzlichere Wahrheiten. Nährboden dafür sind Schuldgefühle, Unaufrichtigkeiten und eine tiefe gesellschaftliche Haltlosigkeit. Der rissige familiäre Zusammenhalt wird verzweifelt aufrecht erhalten als archaischer Schutzwall gegenüber den stets bedrohlichen »Fremden«, die man leichter zu verdienten Opfer erklärt, als sich das eigene gescheiterte Leben einzugestehen. Tiefer und tiefer verstricken sich alle in eine nicht mehr zu
tilgende Schuld.

gefördert vom

Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst

Baden-Württemberg

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